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Skulpturen - Alberto Giacometti

Bild1Der WPK Kunst aus Jahrgang 9 beschäftigte sich in diesem Schuljahr nicht nur mit Niki de Saint Phalle und ihren Nanas, sondern auch mit den stabdünnen Skulpturen des Künstlers Alberto Giacometti (1901 - 1966). Im Gegensatz zu den voluminösen Nanas sind seine Figuren skelettartig und haben zerdehnte Proportionen. Massig wirken nur die klobigen und überdimensional großen Füße. Typisch für Giacomettis Figuren sind außerdem die raue Oberfläche und die durchgängig dunkle Farbgebung. Dadurch ähneln sich die Figuren stark und weisen kaum Individualität auf.

Was veranlasste den Künstler, solche Skulpturen zu formen und was wollte er damit ausdrücken? Diese Frage stellten sich auch die Schüler. Im WPK erfuhren sie, dass der Künstler oft das hektische Treiben der Menschen in Straßen und auf Plätzen in Großstädten aus der Ferne beobachtete und versuchte, diesen Eindruck aus der Erinnerung nachzubauen. Es ging ihm darum, die Flüchtigkeit und die Anonymität der Menschen in Großstädten gestalterisch umzusetzen.

Mit der Darstellung der überdimensional großen Füße versuchte Giacometti zudem einen persönlichen Schicksalsschlag zu verarbeiten. Er hatte einen Verkehrsunfall, bei dem er sich den Fuß brach. Diese Verletzung heilte nie vollständig aus, weshalb er bis an sein Lebensende humpelte.

GruppenbildIn Anlehnung an Giacomettis Darstellungsweise entwickelten die Schüler anhand von Skizzen eigene Figuren mit einer je individuellen Aussagekraft. Mit Draht, Alufolie Kreppband und Pulpe (Zeitungspapier-Kleister-Masse) wurden die Skizzen schließlich in dreidimensionale Plastiken verwandelt und mit Goldspray koloriert. Die Schüler gaben ihren Skulpturen Titel wie „Der Schreitende“, „Der Stürzende“ oder „Der Flüchtling“ und schrieben ihre Gedanken zu ihren Figuren in einer Reflexion nieder. Die anfängliche Abneigung der Schüler Giacomettis düsteren und knochigen Skulpturen gegenüber war verflogen. Sie hatten das Werk des Künstlers nicht nur verstehen gelernt, sondern konnten es sich auch für die eigene Gestaltung nutzbar machen.

 

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